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Die Ape im Rampenlicht: Vom Nutzfahrzeug zur rollenden Werbefläche

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Sie taugt nicht nur als günstiges Transportmittel, sondern wird auch gerne als mobiler Werbeträger genutzt. Dazu eignet sie sich perfekt, denn sie ist ein echter Eyecatcher. Ein Firmenlogo oder ein Werbeslogan auf dem Kastenaufbau angebracht, sticht sofort ins Auge. Etwa die Abbildung einer knusprigen Eiswaffel, befüllt mit köstlichem italienischen Gelato, das hat schon was. Oder das Foto von knackigen, sonnengereiften Tomaten, die besonders frisch aussehen, wenn sie mit Wassertropfen besprenkelt sind.

Das vielseitige und immer einsatzbereite Vespacar

Die kleine, sympathische Ape eignet sich nicht nur ausgezeichnet für Transporte aller Art. Sie besticht ebenso durch Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und nicht zuletzt durch ihr charakteristisches Design. Der dreirädrige Kleintransporter ist, ähnlich wie die Vespa, ein beliebtes, trendiges und unentbehrliches Fahrzeug für zahlreiche Kleinunternehmer und Selbstständige geworden. Leider wird die Ape nach und nach aus dem europäischen Stadtbild verschwinden. Sie wird nur noch in Indien produziert werden. Dass die Piaggio Ape Kultstatus errungen hat, wissen wir bereits. Aber wer nutzte das eigenwillige Fahrzeug?

  • Hausmeisterdienste, Handwerker, Lieferanten
  • Weinbauern bei der Lese ihrer Weintrauben
  • Straßenverkäufer aller Art (Eis, Imbiss, Süßigkeiten, Kurzwaren etc.)
  • Gastronomie für den Wareneinkauf, als mobile Küche oder Verkaufsstand für Straßenessen
  • Händler von Obst und Gemüse etwa auf dem Wochenmarkt
  • Transporte in urbane Gebiete oder engen Gassen, wo größere Fahrzeuge oft Schwierigkeiten haben
  • In der Freizeit, beim Hobby oder auch zum Strand
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Verschiedenste Modelle wurden in Serienproduktion hergestellt

Das meistgenutzte Modell war die Ape 50 mit Pritschenaufbau. Das Originalmodell der Ape zeichnete sich aus durch Beweglichkeit, Kompaktheit, Sparsamkeit und Verbrauch. Hervorragend geeignet zum Befahren von engen, kurvigen Straßen und schmalen Gässchen in der Stadt. Aber auch auf dem Land konnte die Ape punkten. Die Ape 50 Cross durfte schon von Jugendlichen ab 15 Jahren mit Führerschein AM gefahren werden. So war die Ape nicht nur Transportmittel, sondern – wenn man so will – der erste Mini Pick Up, der auf dem Markt erworben werden konnte. Ausgestattet mit Überrollbügeln, Metallstoßstangen vorn und hinten, generell sein gesamtes Erscheinungsbild, zogen zahlreiche Blicke auf sich.

Folgende Modelle wurden im Werk Pontedera produziert:

  • Ape 50
  • Ape 125
  • Ape 200
  • Piaggio Ape Classic 400
  • mit verschiedenen Aufbauten erhältlich: Kasten- sowie Pritschenaufbau
  • auf Bestellung erhältlich: Variante ohne Aufbau

Die Ape als Transportmittel ohne Aufbau war hauptsächlich bei Tüftlern und DIY-Bastlern gefragt. Die speziellen Personengruppen ließen ihrer Fantasie freien Lauf hinsichtlich Einsatzmöglichkeiten und Werbegestaltung.

Von außen nicht erkennbar gab es die Möglichkeit, ein Autoradio nachzurüsten. Dieser Umstand und das Alleinstellungsmerkmal machte die Ape für die Jugend attraktiv und interessant. Mit Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung im Dezember 2016 war die Ape bereits in der offiziellen Version mit 25 km/h ab Werk zu beziehen. Ab da galten dann die offiziellen Vorschriften wie für das Mofa.

Wer noch tiefer in die Welt der Ape eintauchen möchte, findet viele spannende Informationen und schöne Illustrationen im Handbuch APE PIAGGIO 70 anni / 70 years von Giorgio Sarti.

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Zwischen Transporter und Mobilitätshilfe

Bereits viele Jahre zuvor gab es die Möglichkeit, 25 km/h Versionen der Ape 50 in Deutschland umzurüsten. Diese nachträglich umgerüsteten Ape-Modelle durften allerdings nur als Krankenfahrstuhl im Straßenverkehr genutzt werden. Doch, ihr habt schon richtig gelesen: als Krankenfahrstuhl für Behinderte im Straßenverkehr. Das bedeutet nichts anderes, als dass manche Vespacars früher, als motorisierte Rollstühle durch die Gegend knatterten. Dazu waren die Ladeflächen verschlossen, und ausschließlich Menschen mit Behinderung durften damit im Straßenverkehr fahren. In heutiger Zeit kaum vorstellbar.

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Leider waren zahlreiche Missverständnisse zu beklagen, weil die zugelassene Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h oftmals mit der Fahrerlaubnis für Mofas verwechselt wurden. Das war jedoch nicht der Fall. Diese Grauzone entfiel erst mit der neuen Verordnung 2016.

Technische Daten der Ape

  • Motor Einzylinder/Zweitakt mit 50 cm³ Hubraum
  • elektrischer Anlasser, Zündung elektronisch
  • Batterie 12 V, 32 Ah
  • luftgekühlt
  • Monofahrgestell mit selbsttragender Karosserie
  • Lenkstangensteuerung
  • Schaltung 4 Gänge und 1 Rückwärtsgang
  • Tankfüllung 10 Liter, max. Geschwindigkeit 37 km/h
  • Wendekreis 6 m
  • Nutzlast Kasten: 145 kg, Pritsche 170 kg

Fazit

Die erste Ape erfüllte die Anforderungen des Nachkriegsmarktes. Gütertransport und Mobilität waren gefragt, Ressourcen und Geld jedoch knapp. Wie der Name Ape (Italienisch, auf Deutsch: Biene) schon vermuten lässt, weist die Bezeichnung auf die agile und wendige Natur des Kleinlasters hin. Somit war in der Ape die erstrebte praktische und kostengünstige Alternative zu den wesentlich teureren Nutzfahrzeugen der damaligen Zeit geboren.

Ganz egal, ob als offener Pritschenwagen oder als geschlossener Kastenaufbau, die Ape machte sich sehr schnell beliebt und unentbehrlich. Schade nur, dass sie der kurzlebigen Zeit bzw. deren strengen Vorschriften zum Opfer gefallen ist, zumindest in Europa.

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